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dc.contributor.authorSchaller, Berndt
dc.date.accessioned2025-12-01T19:09:46Z
dc.date.available2025-12-01T19:09:46Z
dc.date.issued2021
dc.date.submitted2025-08-07T16:03:15Z
dc.identifierONIX_20250807T175817_9783666503559_39
dc.identifierhttps://library.oapen.org/handle/20.500.12657/105133
dc.identifier.urihttps://doab-dev.siscern.org/handle/20.500.12854/208082
dc.description.abstract80 Jahre nach dem „Sondereinsatz“ des Tübinger Privatdozenten Karl Georg Kuhn in Warschau, zur „Inspektion“ der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde und zur „Untersuchung des ostjüdischen Problems, solange die Gelegenheit dazu an Ort und Stelle günstig ist“, hat der inzwischen verstorbene Göttinger Judaist Berndt Schaller die erste Monographie über die NS-Vergangenheit des späteren Qumranforschers abgeschlossen. Kuhn selbst hat seine Anwesenheit in Warschau in den Entnazifizierungsverfahren 1948 wie auch sonst verschwiegen. Erst die Veröffentlichung des Tagebuches von Adam Cerniakow, des damaligen Vorsetzenden des „Judenrates“ von Warschau, hat Kuhns auch praktische Mitwirkung an der NS-Politik zur Zerstörung und Vernichtung des europäischen Judentums ans Licht gebracht. Berndt Schaller hat die von Max Weinreich schon 1946 vorgelegten Erkenntnisse sowie die Forschungsergebnisse weiterer amerikanischer und später auch deutscher Wissenschaftler über Karl Georg Kuhns Tätigkeit als Sachverständiger für die „Judenfrage“ zusammengeführt und durch eigene Funde in Archiven und Bibliotheken ergänzt und vertieft. Schaller gibt Antworten auf die beiden mit Leben und Karriere von Kuhn verbundenen Fragen: Wie konnte ein judaistisch interessierter Theologe zu einem antisemitischen Propagandisten der Nazis werden? Und wie konnte es dazu kommen, dass ein von Zeitgenossen schwer Belasteter rasch entnazifiziert wurde und mit Hilfe geachteter Theologen wieder eine Dozentur erhielt? Zunächst in Göttingen. Seit 1954 kam Kuhn als Qumranforscher in Heidelberg zu internationaler Anerkennung und wurde Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften. Schaller wirft mit seiner kritischen Darstellung der Karrieren Kuhns vor und nach 1945 grundsätzliche Fragen auf nach dem Selbstverständnis deutscher Wissenschaft und christlicher Theologie, die bis heute eine Herausforderung darstellen.
dc.languageGerman
dc.relation.ispartofseriesJüdische Religion, Geschichte und Kultur
dc.rightsopen access
dc.subject.classificationthema EDItEUR::J Society and Social Sciences::JP Politics and government::JPF Political ideologies and movements::JPFQ Far-right political ideologies and movements
dc.subject.classificationthema EDItEUR::Q Philosophy and Religion::QR Religion and beliefs::QRV Aspects of religion::QRVG Theology
dc.subject.otherKarl Georg Kuhn
dc.subject.otherJudentumsforschung
dc.subject.otherNationalsozialismus
dc.titleChristlich-akademische Judentumsforschung im Dienst der NS-Rassenideologie und -Politik
dc.title.alternativeDer Fall des Karl Georg Kuhn
dc.typebook
oapen.identifier.doi10.13109/9783666503559
oapen.relation.isPublishedBy33fecb33-e7c4-4fc8-96b0-7ba2fccafba9
oapen.relation.isbn9783666503559
oapen.relation.isbn9783647503554
oapen.relation.isbn9783525503553
oapen.imprintVandenhoeck & Ruprecht
oapen.pages206
oapen.place.publicationGöttingen
dc.seriesnumberBand 031
dc.abstractotherlanguage80 Jahre nach dem „Sondereinsatz“ des Tübinger Privatdozenten Karl Georg Kuhn in Warschau, zur „Inspektion“ der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde und zur „Untersuchung des ostjüdischen Problems, solange die Gelegenheit dazu an Ort und Stelle günstig ist“, hat der inzwischen verstorbene Göttinger Judaist Berndt Schaller die erste Monographie über die NS-Vergangenheit des späteren Qumranforschers abgeschlossen. Kuhn selbst hat seine Anwesenheit in Warschau in den Entnazifizierungsverfahren 1948 wie auch sonst verschwiegen. Erst die Veröffentlichung des Tagebuches von Adam Cerniakow, des damaligen Vorsetzenden des „Judenrates“ von Warschau, hat Kuhns auch praktische Mitwirkung an der NS-Politik zur Zerstörung und Vernichtung des europäischen Judentums ans Licht gebracht. Berndt Schaller hat die von Max Weinreich schon 1946 vorgelegten Erkenntnisse sowie die Forschungsergebnisse weiterer amerikanischer und später auch deutscher Wissenschaftler über Karl Georg Kuhns Tätigkeit als Sachverständiger für die „Judenfrage“ zusammengeführt und durch eigene Funde in Archiven und Bibliotheken ergänzt und vertieft. Schaller gibt Antworten auf die beiden mit Leben und Karriere von Kuhn verbundenen Fragen: Wie konnte ein judaistisch interessierter Theologe zu einem antisemitischen Propagandisten der Nazis werden? Und wie konnte es dazu kommen, dass ein von Zeitgenossen schwer Belasteter rasch entnazifiziert wurde und mit Hilfe geachteter Theologen wieder eine Dozentur erhielt? Zunächst in Göttingen. Seit 1954 kam Kuhn als Qumranforscher in Heidelberg zu internationaler Anerkennung und wurde Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften. Schaller wirft mit seiner kritischen Darstellung der Karrieren Kuhns vor und nach 1945 grundsätzliche Fragen auf nach dem Selbstverständnis deutscher Wissenschaft und christlicher Theologie, die bis heute eine Herausforderung darstellen.


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